Sommersymposium 2017 > Ausstellungen

Rund um das Thema des Symposiums >kulturPflanzen< werden im Sommer zwei Ausstellungen zu sehen sein:

VON DER BLAUEN BLUME – künstlerische Spurensuche rund um die Kulturpflanze Flachs von Veronika Moos, D

„...sieh nur, wie der ganze Himmel auf den Spitzen dieser grünen stehenden Fäden klingt!“, Adalbert Stifter, 1842

Die deutsche Textilkünstlerin Veronika Moos wird uns in der Ausstellung VON DER BLAUEN BLUME im Haslacher Kirchturm in ihre künstlerische Spurensuche zur Kulturpflanze Lein eintauchen lassen.
Fasziniert von der Schönheit und den vielschichtigen Facetten der Kulturpflanze Flachs startete sie 2015 unter dem Titel 7 STÜCK ERDE einen Aufruf und suchte an mehreren Plätzen in Europa Personen, die ein Stück ihres Gartens oder einen Flecken Erde von März bis Juli für die Aussaat und das Wachstum von Leinsaat zur Verfügung stellten. Sie wurden mit Saatgut und einer genauen Anleitung zu Aussaat, Pflege und Ernte ausgestattet. Aus allen Ernten entstand ein "organisches Archiv" und schließlich ein Kunstprojekt, in das die Fasern aller Orte eingewoben wurden.
Historische, forschende, soziale und künstlerische Aspekte fließen in diesem Projekt ineinander und verbinden sich bei der Präsentation in Haslach auch mit der lokalen Leinengeschichte.

Die Blütenfarben sind längst verblasst, weil ich gedankenverloren mit dem Blick in den endlosen Regen leichtfertig durchs Leben ging. (Tankagedicht aus Japan)

BLEICHZEIT – Aktion und Ausstellungseröffnung mit Joachim Eckl, A

In der zweiten Ausstellung BLEICHZEIT von Joachim Eckl wird ein Element der traditionellen Textilveredlung aufgegriffen, das sich aus den Prozessen in der Natur nährt. Der Sonderausstellung im Textilen Zentrum Haslach wird in den Wochen vor der Eröffnung eine gemeinschaftliche Aktion im öffentlichen Raum vorausgehen.
In Haslach wurde über Jahrhunderte hindurch die Rasenbleiche praktiziert. Mit dem Projekt „Bleichzeit“ wird der ausgeblichenen Erinnerung an diese alte Kulturtechnik ein Auffrischungs-Impuls gegeben. Im Zentrum steht dabei die soziale Dimension: Der persönliche Beitrag, das Sich-Gemeinsam-Kümmern, Sich-Einsetzen und Organisieren für textile Gegenstände aus dem Lebensalltag.
Menschen aus Haslach und Umgebung werden im Rahmen einer gemeinschaftlichen Aktion auf der ehemaligen Bleichwiese des Ortes Kleidungsstücke aus naturfärbigen Leinenbahnen ablegen. Es können ganz beliebige Textilien sein, die sie selbst oder jemand anderer getragen hat und ihnen ans Herz gewachsen sind.
21 Tage lang werden die abgelegten Kleidungsstücke der Sonne ausgesetzt und in Teamarbeit mindestens einmal täglich mit Wasser aus der Großen Mühl begossen. So entsteht ein „textiles Lichtbild“ - eine gemeinschaftlich erstellte Langzeitaufnahme mit vielen Perspektiven.
Um das soziale Bild zu verwirklichen und die Textilien entsprechend „bewässern“ und „belichten“ zu können braucht es Menschen die in die Idee einsteigen, sich darauf einlassen und mitmachen.
Die Ergebnisse der Aktion werden im Sonderausstellungsraum des Textilen Zentrums präsentiert.