Sommersymposium 2026 > Ausstellungen
TEXTILABFALL NEU DENKEN
Das internationale Sommersymposium TEXTILE KULTUR HASLACH 2026 steht unter dem Motto TEXTILABFALL NEU DENKEN. Es kreist um aktuelle Fragen rund um Überproduktion und Recycling, hinterfragt den Umgang mit Fast Fashion und Produktionsabfällen aus der Textilindustrie und stellt Ideen in den Mittelpunkt, die Abfall als wertvolle Ressource begreifen. Mehrere Ausstellungen, Vorträge und Rahmenveranstaltungen greifen verschiedene Facetten dieses vielschichtigen Themas auf.
MIST! Textilabfall neu denken!
Wie können aus alten Kleidungsstücken neue Textilien erzeugt werden? Wie werden Abfälle, die in der Textilindustrie anfallen, in zukunftsweisende Produkte verwandelt? Und welche Ideen gibt es, um Materialien, die durch Überproduktion entstehen, sinnvoll zu verwerten?
Jedes Textil ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses: Zwischen Fasergewinnung und Herstellung des Garns bis zur Fertigung des Stoffs und Konfektionierung des Kleidungsstücks liegen viele einzelne Schritte, die mit umfangreichem Wissen rund um Materialien und Herstellungstechniken verbunden sind.
In Österreich fallen jährlich rund 220.000 Tonnen Textilmüll an. Etwa drei Viertel davon landen direkt im Restmüll. Mit ihnen werden nicht nur all die Fertigkeiten entsorgt, die in ihnen stecken, sondern auch Unmengen an Rohstoffen und wertvollen Ressourcen. Ein großer Teil landet in Afrika, wo die ökologischen und sozialen Folgen des globalen Textilkonsums besonders drastisch spürbar sind.
Die Ausstellung „Mist! Textilabfall neu denken“ gibt einen Einblick in eine junge Generation an Textilgestalter:innen und Aktivist:innen, die all diesen Herausforderungen mit Mut und neuen Ideen begegnen. Sie entwickeln Konzepte, die auf Fast fashion mit Tauschen, Reparieren, Upcyclen oder Zero Waste Strategien reagieren. Junge Designer:innen erforschen die Ressource „Abfall“ nach neuen Möglichkeiten und entlocken ihr eine erfrischend neue Ästhetik. Die Ausstellung zeigt innovative Wiederverwertungsideen und gibt zukunftsorientierte Beispiele zeitgenössischen Designs, die aufzeigen, wie Reststoffe zu wertvollen Rohstoffen werden können.
Sonderausstellungsraum Textiles Zentrum Haslach
Eröffnung: Mo, 20. Juli, 19:30 Uhr
Dauer: Di, 21. Juli 2026 – So, 4. April 2027
Öffnungszeiten: Juli – Oktober: Di – So, 10 – 16 Uhr
November – April: Do – So, 10 – 16 Uhr
Webermarkt: Fr, 16 – 20 Uhr, Sa, 9 – 18 Uhr, So, 9 – 17 Uhr
Ausstellungsabende:
Fr, 24. Juli 16 – 20 Uhr
Mo, 27. Juli 17:30 – 20 Uhr
Beteiligte Künstler:innen & Designer:innen:
- Biofabrique Vienna
- Lisa D. / Bis es mir vom Leibe fällt
- Gerald Brandstätter
- Joanna Czekajlo
- Sara Hassoune
- Paula Holzhauser
- JUNELE
- Shirin Kara
- Maori Kimura
- Hedda Sophie Korthals
- Amy Lewis
- manaomea
- Anna Mooren
- Magdalena Orland
- PETERSENBOISSEL
- Simone Post
- Eva Siebert
- pre•matter (Kristin Nebauer & Anne Richter)
- Virginia Reil
- ReWeave (Kirsty McDougall)
- Luise Schumacher
- Sheworks Atelier
- (un)woven studio
- Urban Fibers
- Tim van der Loo
- Lara Sohreh Wernert (13Rugs by Rohi)
TWIST - Kunst aus Mist!
Webkanten, Garnreste, Faserflusen, Stoffstücke, Altkleider, Filzreste, Enden von Seilen, Schläuchen, Gurten und vieles mehr! Was für ein Fundus an besonderen Materialien, auffälligen Farben, anregenden Formen und haptischen Oberflächen! Was für viele einfach Müll ist, kann für andere inspirieren!
Die Ausstellung „Twist. Kunst aus Mist!“ zeigt auf den acht Etagen des Haslacher Kirchturms freie, experimentelle Arbeiten, die sich verschiedener textiler Abfallmaterialien bedienen, um eigenständige Ausdrucksweisen und künstlerische Aussagen zu formulieren. Ob Quilts aus alten Kleidungsstücken, Tapisserien aus alten Kuscheltieren, Kleiderobjekte aus geschredderten Stoffen, überdimensionale Geflechte, Gewebe oder Filzobjekte – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Neben Werken geladener Künstler:innen lebt die Ausstellung vor allem durch die Beiträge von Studierenden der Kunstuniversität Linz und anderer Bildungseinrichtungen, die einen jungen, frischen Blick auf das Thema eröffnen und neue Potentiale und Bedeutungen für oft nutzlos erscheinende Ressourcen sichtbar machen.
Kirchturm Haslach
Eröffnung: Mo, 20. Juli 19:30 Uhr
Preview: Mo, 20. Juli 17 – 19 Uhr
Dauer: Mo, 20. Juli – Sa, 15. August 2026
Öffnungszeiten: Do - Sa, 16 – 19 Uhr
Webermarkt: Fr, 16 - 21 Uhr, Sa, 9 – 18 Uhr, So, 9 – 17 Uhr
Haslach-Tag am Sa, 1. August: 13 – 19 Uhr
Beteiligte Künstler:innen:
- Gerald Brandstätter
- Helga Chibidziura
- Joanna Czekajlo
- Ilona Eidinger
- Maryam Farhang
- Samin Ghoochi
- Lukas Greiderer
- Svea Handle
- Deborah Hazler
- Daniel Henry
- Natalie Hutterer
- Woonji IM
- JUNELE
- Laura Keller
- Jasmin Khalmuratova
- Marilies Luger
- Alina Meichelbeck
- Julia Moser
- Klara Neuber
- Anouk Ava Oltmanns
- Martina Öttl
- Anko (A. Rachmad)
- Nicolas Rueda Blanco
- Marlene Viktoria Steiner
- Gabriella Tegze
- Gaia Tovaglia
- Mia Trotz
- Bram van Breda
- Femke van Gemert
- Meta Vouk
- Ida Amanda Wagenhofer
Dipdii Textiles. Textile Nachhaltigkeit aus Bangladesch
Die Ausstellung „Dipdii Textiles“ in der Galerie im Gwölb zeigt textile Unikate aus Bangladesch, die traditionelle Handwerkskunst mit Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung verbindet. Gezeigt werden handgefertigte Wand- und Gebrauchstextilien aus recycelten Saris und Stoffen, die mit traditionellen Sticktechniken wie der Nakshi-Kantha-Stickerei zu kunstvollen Unikaten verarbeitet werden. Jedes Stück erzählt von Erinnerung, kultureller Identität und den Lebensrealitäten der beteiligten Frauen.
Dipdii Textiles versteht sich als Gegenmodell zur globalen Fast-Fashion-Industrie. Statt standardisierter Massenproduktion setzt das Projekt auf lokale Ressourcen, handwerkliches Können und dezentrale Herstellung in ländlichen Gemeinschaften Bangladeschs. Dadurch entstehen nicht nur hochwertige Textilien, sondern auch neue wirtschaftliche Perspektiven für Familien vor Ort.
Initiiert wurde das Projekt von der Architektin Anna Heringer und der Schneidermeisterin Veronika Lena Lang gemeinsam mit der bangladeschischen NGO Dipshikha. Die kreative Leitung sowie Design und Projektmanagement liegen bei der Modedesignerin ELKE BURMEISTER HAUG und ihrem Label Ökutür. Im Rahmen der Ausstellung gibt Elke Burmeister-Haug Einblicke in die Hintergründe des Projekts und zeigt, wie textile Produktion nachhaltig und menschenorientiert gestaltet werden kann.
Mehr Infos: www.dipdiitextiles.org
Galerie im Gwölb
Marktplatz 15
Eröffnung: Mi, 22. Juli, 18:00 Uhr
Dauer: Do, 23. Juli – Sa, 22. August 2026
Öffnungszeiten: Fr, 14 – 16 Uhr, Sa, 10 – 12 Uhr
Webermarkt: Sa, 9 – 18 Uhr, So, 9 – 17 Uhr
Haslach-Tag am Sa, 1. August: 10 – 12 & 13 – 15 Uhr
Ausstellungsabend: Mi, 29. Juli, 17:30 – 20 Uhr
Neben Zwei ist Drei das Ding in der Welt
Offenes Atelier und Ausstellung von Selina Gasser, CH & Karoline Pöhn, AT
Was zwischen zwei Dingen liegt, ist nie leer. Zwischen Fäden entsteht Spannung, zwischen Körpern Beziehung, zwischen Stimmen Bedeutung. Das Sichtbare wird von etwas getragen, das sich entzieht und doch wirksam ist. Die Ausstellung nähert sich diesem Dazwischen. Ausgehend von zwei künstlerischen Positionen wird das Dritte als Resonanzraum verstanden – als Verbindung, die im Kontakt entsteht.
Karoline Pöhn und Selina Gasser arbeiten mit textilen Rest- und Abfallmaterialien als Träger von Erinnerung, Nähe und gesellschaftlicher Einschreibung. Fäden werden zu Beziehungen, Risse zu Spuren, Fragmente zu Hinweisen auf das Nicht-Sichtbare. In und zwischen den Arbeiten ereignet sich das Dritte.
Während der drei Wochen stellen die Künstlerinnen in der Werkstatt Hainberger nicht nur aus, sondern nutzen den Ort zugleich als offenes Atelier und laden ein, Teil dieses Prozesse zu werden. Am Donnerstag, 30. Juli laden die beiden Künstlerinnen ab 18 Uhr zu einer Finissage und einem Mitmachworkshop ein. In einem offenen, experimentellen Setting sind Interessierte eingeladen, mit Nebenprodukten der Textilindustrie und weiteren Materialien ihr eigenes Textilobjekt zu entwickeln, die Ressourcen spielerisch gemeinsam zu erforschen, intuitiv die Wahrnehmung zu schärfen und miteinander in Austausch zu treten.
SELINA GASSER lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte textil.kunst.design an der Kunstuniversität Linz (MA 2024), Textildesign in Basel (2018) und Volksschulpädagogik in Luzern (BA 2014). Residencies führten sie nach Mexiko und Peru.
KAROLINE PÖHN lebt und arbeitet in Linz. Sie studierte textil.kunst.design (MA 2025) und Fashion & Technology (BA 2020) an der Kunstuniversität Linz. Ihre Arbeiten wurden mit Preisen wie dem FORUM Alumni Preis 2025, dem Edison - der Preis 2022 sowie dem AFA Start Stipendium 2020 ausgezeichnet.
Nähere Infos:
www.selinagasser.com
www.karolinepoehn.art
Werkstatt Hainberger
Marktplatz 21
Dauer: Di, 21. Juli - Sa, 1. August 2026
Öffnungszeiten: Di – Do, 13 – 18:30 Uhr, Fr, 17 – 19 Uhr
Webermarkt: Sa & So, 12 – 17 Uhr
Haslach-Tag am Sa, 1. August: 12 – 17 Uhr
Finissage mit Mitmachaktion: Do, 30. Juli, 18 Uhr
ZYKLEN
Die Letzten ihrer Art
Marokkanische Stammesteppiche aus Textilabfällen. menzel.Galerie Nordafrika, Wien
Gabriele Hain, Porzellan
Alois Hain, Malerei
Seit zwei Jahrzehnten sammelt und präsentiert Renate Anna Menzel Artefakte einer entschwindenden Welt von Nomaden und Sesshaften. Im Sommer 2026 zeigt sie eine Auswahl ihrer marokkanischen Boucheraouite (=Fetzen)–Teppiche in der Galerie Hain AG, gemeinsam mit Porzellan von Gabriele Hain und Malerei von Alois Hain.
Wie überall in der Welt ist auch in Marokko der ländliche Raum in starker Veränderung. Das textile Schaffen der Frauen hat sich durch alle Zeiten aus den Ressourcen des autarken Lebens, aus der kunstfertigen Verarbeitung der Wolle der Schafe, aus den großen Herden der Stämme gespeist. Doch heute mangelt es durch Abwanderung und Aufgabe des traditionellen Lebens an diesem segensreichen Material. Handversponnene Wolle ist kostbar geworden. Dafür überschwemmen die Altkleider unserer westlichen Konsumgesellschaft die Märkte des Landes und bieten den Knüpferinnen damit neues Ausgangsmaterial. Zu Streifen geschnitten, wie wir es auch von unseren Fleckerlteppichen kennen, wird resilient im Hausfleiß gewoben und geknüpft. Den marokkanischen Frauen ist damit ein wunderbarer Beweis des Fortbestands des vitalen Gestaltungswillens einer alten Volkskultur gelungen. Es entstanden Teppiche von ganz eigenwilliger und neuer lebensfroher Kraft. Wann immer es noch Restbestand gab, war die Wolle, das verarbeitete Vlies der Tiere, kostbar mit dabei. Denn darin bestand die Tradition der Ahnen, das Weltbild der Großmütter und Mütter. Heute versucht der Hype der Märkte auch diese boucheraouite (=Fetzen) genannten Teppiche der letzten Dekaden mehr oder weniger zu vereinnahmen. Mittlerweile setzt Vermarktung sogar schon auf KI designte Produktion, Hauptsache versehen mit dem Label „recycelt“. Wie werden die kreativen Frauen Marokkos in Fortführung ihrer Volkskultur dem nun weiters eigenständig begegnen?
Nähere Infos:
www.hainag.com
www.menzelgalerie.com
Galerie hain AG WERK + RAUM
Sternwaldstraße 10
Dauer: Di, 21. Juli – Sa, 1. August 2026
Öffnungszeiten: Di, 21. & Di, 28. Juli: 17:30 – 19 Uhr
Webermarkt: Sa, 13 – 18 Uhr, So, 13 – 17 Uhr
Haslach-Tag am Sa, 1. August: 12– 14 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung: 07289 | 72 0 35






































